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Theologie trifft Naturwissenschaft Urknall oder Gottes Wirken?

Was sagen uns Kosmologie und Bibel zum Ursprung der Welt

Urknall oder Gottes Wirken, Widerspruch oder nur eine andere Sprache über das gleiche Geschehen?

Die Katholische Erwachsenenbildung konnte mit den Referenten Dr. Johann Collignon, einem Physiker, und mit Dr. Bernhard Lehnart, einem Theologen, zwei ausgewiesene Kenner ihres Fachs für den 2. Juni 2015 im Kardener Pfarrheim gewinnen.

In seiner Moderation betonte Pastoralreferent Paul Heck, dass Begriffe wie “Gottesteilchen” herumschwirren, die rein garnichts mit dem Schöpfer zu tun haben. Das Higgs-Teilchen mit seiner Masse entlockte lediglich seinem “Erfinder”, dem britischen Wissenschaftler ein ehrfurchtsvolles “Oh mein Gott”, aus dem die Medien flugs das Gottesteilchen formulierten. Dieser mystisch erscheinende Begriff also ist eine reine Erfindung der Medien.

Der Physiker gab schließlich einen faszinierenden Überblick über die Geschichte des Universums, die vor etwa 13,7 Milliarden Jahren mit einer extremen Dichte aus Temperatur und Energie ihren Anfang nahm. Während ihrer raschen Expansion entstanden Raum und Zeit und ihre Umwandlung in Licht und Materie. Nach immerhin 38000 Jahren entkoppelten sich die Photonen, die es noch heute gibt, und es entstand die Hintergrundstrahlung. Nach rund weiteren  100 Millionen  Jahren bildeten sich die ersten Sterne, Galaxien und andere Strukturen mit schweren Elementen in dem wie ein Luftballon sich “aufblasenden” Universum. Die späteren Annahmen  des großen Physikers Einstein wie die Allgemeine Relativitätstheorie, die sich auf den Makrokosmos bezog, oder die Strahlenenergieteilchenphysik, die sich mit dem Mikrokosmos beschäftigte, gipfelten in den Erkenntnissen der Galaxienflucht oder der Mikrowellenhintergrundstrahlung durch den Amerikaner Hubble.

Bisher ist der Urknall die fundierteste Welterklärung, so der Physiker, der betonte, dass diese von einem belgischen Priester entwickelt worden sei. Auch wenn es noch viele offene Fragen gibt, so das Resümee des Wissenschaftlers, weist die mathematische Feinabstimmung der Naturgesetze und das Universum als Ganzes mit seien komplexen Bestandteilen auf eine Transzendenz hin, auf eine geistige Wirklichkeit, die letztendlich niemals zu beweisen, sondern nur geglaubt werden kann. Auf alle Fälle sind die Erkenntnisse aus der Quantenphysik keinerlei Widerspruch zum christlichen Glauben, da es die eigentliche Materie überhaupt nicht gibt, nur Beziehungen und Energie.

Der anwesende Theolige Dr. Bernhard Lehnart dankte dem Physiker für seine erhellenden Darlegungen und machte deutlich, dass Glauben und Wissenschaft verschiedene Wege seien, um die Wirklichkeit Gottes auch nur annähernd zu begreifen. Der Theologe betonte dabei, dass die überzeitlichen Bilder der Bibel keine naturwissenschaftlichen Axiome bedeuten, sondern uralte Versuche, sich dem transzendenten Gott zu nähern, einem Gott, der mit den alten menschgemachten Göttern nichts gemein hat, der nur durch Vertrauen und Nächstenliebe annähernd zu begreifen ist.

Die vielen Zuhörer waren sich einig über den sehr fruchtbaren Charakter des Abends, an dem sich auch eine lebhafte Diskussion entwickelte. Pastoralreferent Paul Heck, der als Moderator fungierte, unterstrich, dass man noch zwei Veranstaltungen mit den Themen Glaube und Evolution und über die Hirnforschung plane. Termine werden noch rechtzeitig mitgeteilt.

©Heinz Kugel

Pastoralreferent Paul Heck mitte,  Physiker Dr. Johann Collignon links, Theologe Dr. Bernhard Lehnart rechts, zu dem Thema „Urknall oder Gottes Wirken“ im Pfarrheim Karden

Foto: Heinz Kugel

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