Aktuell

Pfarreiengemeinschaft

Treis-Karden

Pfarreiengemeinschaft Treis-Karden

www.pg-treis-karden.de

Impressum    Datenschutz


Altar an der Mosel in Treis

Auf dem Schiff von Treis nach Karden

Altar auf dem Lindenplatz in Karden

Mit dem Allerheiligsten über die Mosel

Seit 24 Jahren feiern Treis und Karden den Fronleichnamstag gemeinsam  


Treis-Karden Seit 1995 begehen die beiden Pfarrgemeinden St. Johannes in Treis und St. Castor in Karden gemeinsam das Fronleichnamsfest. Es ist das jährliche Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi in Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Nach dem Festhochamt in der St. Johannes-Kirche führte  in diesem Jahr der Weg der Fronleichnams-Prozession unter musikalischer Begleitung des Treiser Musikvereins und mit Fahnenabordnungen der Ortsvereine zu zwei mit Blumen geschmückten Stationsaltären am „Eichamt“ und in der Moselallee, im Ortsteil Treis.

Dort wurde nach den Lesungen den Gläubigen der sakramentale Segen erteilt. Anschließend ging die Prozession mit dem Allerheiligsten, dem „Leib Christi“ in Form einer Hostie, getragen in einer Monstranz, auf ein Passagierschiff, das die Gläubigen auf die gegenüberliegende Moselseite  nach Karden brachte. Fast ein Vierteljahrhundert stellt die  Reederei Gebrüder Kolb  aus Briedern für die Überfahrt ein Personenschiff kostenlos zur Verfügung . Auch die Firma Reuter aus Treis hat sich in den Dienst der Sache gestellt und richtet ebenso seit Jahren für die Teilnehmer der Prozession  einen Bustransfer zum Nulltarif zwischen den Ortsteilen Treis und Karden ein. Nach dem Anlanden des Schiffes in Karden  ging die Prozession zum Altar am „Bildchen“. Von dort führte der Weg zum Altar auf dem  Lindenplatz, wo die Prozession mit dem Schlusssegen unter Glockenklang des „Kardener Doms“, mit dem Te Deum endete.

Nach historischen Kenntnissen sind „ Treis und Karden keine Rivalen, sondern Geschwister  gemeinsamer Herkunft“. Seit Hunderten von Jahren war das Prozessionswesen gemessen an heutiger Zeit, in unserer Region besonders stark ausgeprägt. Schon durch die damalige Präsenz des Archidiakons, der den Titel eines Chorbischofs führte und gleichzeitig Propst des Herrenstifts St. Castor in Karden war, war die Regelmäßigkeit der Prozessionen durch einen vorgeschriebenen  Festkalender gewährleistet.
So fand bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts am Oktavtag von Fronleichnam eine Prozession statt, die nach Auszug aus der Kardener Stiftskirche  moselaufwärts bis zur einer nicht näher bezeichneten Stelle führte. Von dort setzte man mit einem  Nachen über die Mosel. Hier wird angenommen, dass die Gläubigen aus Treis  sich in die Prozession  eingliederten. Nach Passieren von vier  Stationen – bei der kleinen Kapelle und bei Steinernen Kreuz auf dem Pommerner Werth, beim Heiligenhäuschen und am Treiser Pfarrhaus, ging die Prozession zur Treiser  Pfarrkirche, in der ein  Festhochamt gehalten wurde. Der Festprediger war ein Ordenspriester, der an diesem Tag die Gastfreundschaft des Präsenzmeisters des Stifts in Karden genoss.  Der Rückweg  führte mit einem Nachen über die Mosel nach Karden. Begleitet mit einem Chorgesang endete die Prozession  mit einem Segen in der Stiftskirche.
Trotz langjähriger Tradition wurde diese Schiffsprozession durch einen Erlass im Jahre 1732 des Trierer Erzbischofs, Kurfürst Franz Georg von Schönborn,  einfach ohne Begründung untersagt. Dennoch beugte man sich damals der bischöflichen  Anordnung nicht so ganz ohne Gegenreaktion. Die Kardener hielten an der alten Tradition fest, und so führte  eine Prozession durch ihren Ort, mit einer Station am Moselufer. Von dort aus wurde, aus traditioneller sowie aus christlicher Verbundenheit, der sakramentale Segen über die Mosel  dem Nachbarort Treis erteilt.
Die Pfarrgemeinde Treis wollte nach 42-jährigen Stillstand die Prozession in ihrer alten Form wieder aufleben lassen. Jedoch die vorgetragene Bitte war erfolglos. Dass Generalvikariat lehnte das Begehren ab. Auch hier fehlt die Begründung. Es dauerte 263 Jahre bis der Stillstand der Schiffsprozession  am 15.Juni 1995 behoben wurde. Auf  Initiative des zwischenzeitlich verstorbenen Dechant  Wilhelm Rodermann, wird nun seit 24 Jahren zwischen den beiden Ortsteilen der Doppelgemeinde Treis-Karden, unter dem Motto „ Fronleichnam gemeinsam“, am Fronleichnamstag  wieder nach über 260 Jahren eine Schiffsprozession über die Mosel geführt. Bei der Wiedereinführung der Schiffsprozession fand sie bei Funk und Fernsehen des SWR, so wie in der Berichterstattung der Rhein-Zeitung  ihre gebührenden Aufmerksamkeit.   

Karl Josef Zimmermann

Fronleichnam 2019

Hinweis:

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken!